Beurteilung der mikrobiologischen Biozönose in Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheidern

Die Kenntnis der Biozönose von Biofilmen und Sedimenten ist eine äußerst wichtige Beurteilungsgröße für den hygienegerechten Betrieb, denn sie liefert entscheidende Informationen

  • Ist das eingesetzte Biozid überhaupt wirksam?
  • Wie hoch ist das Potential der Wiederverkeimung aus solchen Bereichen (Biofilme enthalten bis zu 100 Milliarden Bakterien – pro Gramm!)?
  • Wie gestaltet sich ein biozidfreier Betrieb?
  • Ist von einer raschen Legionellenvermehrung auszugehen oder ist die Biozönose durchsetzt mit bakteriellen Konkurrenten und Fressfeinden (aufgrund ihrer hohen Generationszeit sind die Legionellen vom Fraß durch Protozoen besonders betroffen)?
  • Zur Untersuchung erhalten Sie von uns ein Probenahmeset mit Anleitung für die (einfache) Probenahme sowie ein Rücksendeetikett zu uns zur phasenkontrastmikroskopischen Untersuchung. Die Auswertung in Bild, Film und schriftlicher Interpretation erfolgt innerhalb von 2 Tagen.

Kurze Erläuterung zu den Filmen rechts:

Video 1: Kalk aus einem U-Profil auf dem der Füllkörper lastet – massive Verkeimung. Wenn von diesem Kalk etwas ins Kühlwasser fällt, sind plötzliche, sehr hohe und unplausible Anstiege der bakteriellen Belastung die Folge.

Video 2: Biofilm auf Tropfenabscheider – unerkannte Gefahr von ggf. hohem bakteriellen Auswurf.

Video 3: Biofilm auf Füllkörper (diagonal “durchreisend” ein Protozoen) – unzureichende Biozidwirkung.

Video 4: Rädertierchen bei der bakteriellen Nahrungsaufnahme.

Video 5: Vorticella microstoma hat sich in einem biozidfreien System sein bakterielles Nährsubstrat auf eine perfekte Kreisbahn gelegt.

Video 6: Rotatorien im Sediment – enorme bakterielle Eliminationsleistung – wenn bei unzureichenden Biozidgaben nur diese Fressfeinde eliminiert werden, kommt es u.U. zu sehr „paradoxen„ und enttäuschenden Ergebnissen bei den Proben des akkreditierten Labors.

Video 7: Bakterien im Biofilm eines Tropfenabscheiders, durch Stress im Probenröhrchen auf der Suche nach einem besseren Habitat.

Verteidigung um fast jeden Preis

Der Aufwand, den Bakterien für die Abwehr von Fressfeinden betreiben, ist so hoch, dass sie kaum noch in Nachkommen investieren können –

Max Planck Gesellschaft für Evolutionsbiologie

Auch Bakterien haben Feinde – im Wasser ernähren sich zum Beispiel einzellige Wimperntierchen, die sogenannten Ciliaten, mit Vorliebe von den Mikroben. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie zufolge bleibt Beutetieren wie den Bakterien langfristig nichts Anderes übrig, als die Schutzmechanismen aufrechtzuerhalten, selbst wenn der Aufwand dafür so hoch ist, dass sie kaum noch Nachkommen produzieren können.